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Beim Namen nennen

Beim Namen nennen - 72.000 Opfer an den Grenzen Europas

Aktion zum Weltflüchtingstag 2026 am Braunschweiger Dom vom 15. bis 25. Juni 2026

Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni erinnert an die Stärke, den Mut und die Widerstandsfähigkeit, die Menschen auf der Flucht täglich aufbringen müssen, und an ihre unteilbaren Menschenrechte. 

Seit vielen Jahren findet in verschiedenen Städten der Schweiz und Deutschlands die Aktion "Beim Namen nennen" zum Internationalen Weltflüchtlingstag statt. Im fünften Jahr beteiligen sich die Kirchengemeinden St. Blasius und St. Magni in Braunschweig daran.

Vom 15. bis 25. Juni 2026 wächst dazu im und am Braunschweiger Dom ein Mahnmal der Menschenwürde. Gemeinsam mit vielen Menschen aus Stadt und Region Braunschweig beschreiben wir in diesen Tage Stoffstreifen mit den Namen und Todesumständen von auf der Flucht verstorbenen Menschen. Diese werden aus der sogenannten "List of Deaths" der Hilfsorganisation "UNITED für Intercultural Action" (Amsterdam) übertragen und in einem Kubus auf dem Burgplatz zu einer temporären Installation zusammengesetzt. Die Stoffstreifen stehen für Menschen, die unterwegs waren - mit Hoffnung wie wir. Ihr Schicksal soll ins Bewusstsein der Stadt rücken!

Die Gedenkaktion "Beim Namen nennen" will gegen das Unrecht protestieren, dass seit Jahrzehnten an Europas Außengrenzen Menschen sterben. Im Frühjahr 2026 zählt die "List of Death" weit über 72.000 Todesfälle seit 1993. Aktion und Mahnmal stehen zugleich für die Forderung, den Flüchtlingsschutz zu stärken und Menschenrechte einzuhalten.

Parallel zum Schreiben der Namen werden diese am Samstag, 20. Juni, im Braunschweiger Dom von 8 bis 18 Uhr öffentlich verlesen. Jeweils zur halben und vollen Stunde erklingt Musik für eine kurze Atempause. Auch das Mittagsgebet am Samstag um 12 Uhr und der Gottesdienst am Sonntagmorgen um 10 Uhr werden im Zeichen der Gedenkaktion gestaltet.

Für dieses Totengedenken brauchen wir Unterstützung von vielen Menschen beim Namen Lesen und Gestalten der musikalischen Atempausen. Wer sich beteiligen möchte, meldet sich bitte unter:
nagelkreuz-braunschweigerdom(at)lk-bs(~dot~)de oder dom.bs.buero(at)lk-bs(~dot~)de.

Mach mit und setze ein starkes Zeichen für Recht und Menschlichkeit!

"Beim Namen nennen" im Überblick:

15. Juni Eröffnung der Gedenkaktion mit einer Lesung aus Javier Zamora "Solito" um 17:30 Uhr im Dom

16. bis 25. Juni Wir schreiben Namen im Braunschweiger Dom von 10 bis 17 Uhr

20. Juni Wir lesen Namen im Braunschweiger Dom von 8 bis 18 Uhr

20. Juni Mittagsgebet zum Weltflüchtlingstag um 12 Uhr

21. Juni Gedenkgottesdienst "Beim Namen nennen" um 10 Uhr


 

Blick zurück in den Kampagnen-Geschichte:

„Kirche trifft Seebrücke“

„Kirche trifft Seebrücke“ war das Motto der gemeinsamen Aktion von mindestens 20 Kirchengemeinden und der „Seebrücke“ in Braunschweig vom 14. September bis 14. Oktober 2019.

Mit den orangen Rettungswesten an den Kirchen sollte ein sichtbares Zeichen gegen das Sterben im Mittelmeer und der Solidarität mit Menschen auf der Flucht und in Seenot gesetzt werden.

In einem gemeinsam mit dem Bündnis "Seebrücke Braunschweig" organisierten Aktionsprogramm wurde begleitend auf die Situation von Flüchtlingen im Mittelmeerraum und an den Grenzen der europäischen Gemeinschaft aufmerksam gemacht, über die Arbeit der zivilen Seenotrettung und Fluchtursachen im globalen Kontext informiert.. Darüber hinaus gab es thematische Andachten und Gottesdienste, Benefizkonzerte und Diskussionsveranstaltungen.

Im Rückblick auf die Aktion schreibt Anne Schäfer von der "Seebrücke Braunschweig":

"Das im Sommer 2018 gegründete Bündnis Seebrücke Braunschweig ließ sich durch ähnliche Aktionen anderer Seebrücken im Rahmen „Kirche trifft Seebrücke“ in Dessau und Hannover inspirieren und kontaktierte Mitte dieses Jahres verschiedene Kirchgemeinden in Braunschweig. Die positiv-enthusiastische Resonanz und offenen Türen die uns vor allem seitens der Vertreter*innen der St. Magni-Gemeinde, der Ev.-luth. Domkirche St. Blasii zu Braunschweig, der Ev.-ref. Kirchengemeinde Braunschweig Bartholomäus und der Evangelischen Erwachsenenbildung Braunschweig (EEB) entgegen gebracht wurde, haben unsere Erwartungen dann deutlich übertroffen! Zahlreiche und vielfältige Veranstaltungen, die binnen kürzester Zeit im Rahmen des Aktionszeitraumes Mitte September bis Mitte Oktober stattfanden, konnten dank der logistischen, personellen und finanziellen Unterstützung der Kirchgemeinden realisiert werden. Bei der einen oder anderen Veranstaltung war im Nachgang noch Verbesserungsbedarf erkennbar – für den ersten Anlauf sind wir jedoch sehr zufrieden. Das Bündnis Seebrücke Braunschweig freut sich darüber, das Thema Flucht und Migration sowie das Sterben im Mittelmeer durch die Aktion „Kirche trifft Seebrücke“ im Stadtalltag präsenter werden zu lassen, neue Aktions- und Bündnispartner*innen in der Stadt kennengelernt und gewonnen zu haben sowie über Diskussions- und Denkanstöße, die in die Gemeinden und in die Stadt hineinwirken. Das Bündnis Seebrücke Braunschweig bedankt sich ganz herzlich bei allen Engagierten im Rahmen von „Kirche trifft Seebrücke“ und freut sich auf eine baldige Fortsetzung!"

„Schafft sichere Häfen!“ Diese zentrale Forderung der „Seebrücke“ bleibt aktuell. Treten wir daher als zivilgesellschaftliche Akteur*innen auch im kommenden Jahr für eine starke Seenotrettung, offene Häfen und sichere Fluchtrouten ein. Jede Unterstützung zählt, damit die Botschaft der Solidarität auf die Straßen Europas getragen wird!

 

Gegen das Sterben im Mittelmeer -

Entkriminalisierung der Seenotrettung -

Für sichere Häfen in Europa -

Informieren, sich einmischen und mitdiskutieren!